Charismatische Führung – Ist charismatische Führung trainierbar?

Charisma kann man nicht erlernen, den Weg dorthin schon!

Durch ihre Überzeugungskraft, ihre positive Grundeinstellung  und ihre optimistische Haltung erzeugen charismatische Führungskräfte Mut und Zuversicht in Ihrem Umfeld. Aber: Charisma ist keine Persönlichkeitseigenschaft. Charismatisch ist man immer nur in den Augen anderer.

Wie definieren wir Charisma?

In der christlichen Theologie bedeutet Charisma: Weisheit mitteilen, Erkenntnis geben, Glaubenskraft, und Prophetie. Ins Tagesgeschäft einer Führungskraft übersetzt bedeutet das: Mitarbeitern Wissen vermitteln, für Transparenz im Team sorgen, den Zweiflern Zuversicht vermitteln, die Zukunft des Unternehmens, oder aber des eigenen Verantwortungsbereiches ins Visier nehmen, geschickt kommunizieren und die Sprache und Signale der Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeiter zu verstehen.

Das Ganze funktioniert nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip”. Mitarbeiter hegen Erwartungen und Wünsche, die sie auf ihre Führungskraft projizieren. Das ist das Schloss. Kommt die Führungskraft diesen Erwartungen entgegen, so ist das der Schlüssel.

Die Kernfrage lautet demnach: “Was ist das herausragende Bedürfnis des Mitarbeiters?”

Dieses Bedürfnis kann sein:

1. Sehnsucht nach Halt und Ordnung – Ziel der Führungskraft ist in diesem Fall für das maximal machbare und unternehmerisch sinnvolle Maß an Stabilität zu sorgen und  Strukturen in der Organisation und in den Prozessen zu etablieren. Gerade neue, noch unerfahrene Mitarbeiter sind froh in der Anfangszeit auf eine Art “Handbuch für den persönlichen Erfolg” zurückgreifen zu können. Unterscheiden Sie hierbei je nach Situation, zu bewältigender Aufgabe sowie der Erfahrung und Einsatzwillen des Mitarbeiters.

2. Orientierung an einer Leitfigur – Gerade in Zeiten von Veränderungen und/oder Instabilität wünschen sich viele Mitarbeiter “den Fels in der Brandung”, der Ihnen Hilfe, Unterstützung und persönliche Nähe bietet. Zentraler Aspekt ist dabei das Handeln in Vorbildfunktion ohne wenn und aber. Fordern Sie eine Ausnahme für sich, wird Ihr Team es auch tun und was dann?

3. Steigerung des Selbstwertes – Studien haben bewiesen, dass ehrliche Anerkennung und Wertschätzung des Mitarbeiters als Person sowie seiner Leistung das Selbstwertgefühl stärken und enorm motivierend wirken. Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Zeit. Das ist das Beste was sie für Ihre Mitarbeiter und somit auch für sich tun können. Reservieren Sie sich ganz bewußt Zeitfenster für Feedbackgespräche mit Ihrem Team. Stellen Sie Fragen und hören Sie in dieser exklusiven Zeit in erster Linie ruhig zu. Das ist Wertschätzung pur! Und ich verspreche Ihnen: Sie werden staunen, was sie alles an auch für Sie wichtigen Dingen erfahren!

4. Wunsch nach Entfaltungsmöglichkeiten – Vision und neue Horizonte aufzeigen. Am Anfang steht de Vision. Wenn Ihr Team nicht versteht, wohin die Reise geht, dann ist jedes Transportmittel, jede Geschwindigkeit und jede Richtung recht. Würden Sie so mit Ihrer Familie in den Urlaub fahren? Sicherlich nicht, denn Sie wollen wissen was sie bekommen und was Sie dafür einsetzen müssen. Aus der Vision leiten sich dann Ziele, der persönliche Beitrag ab wie: “Du packst die Koffer, ich buch die Reise….”.   Geben Sie Ihren Mitarbeitern de Möglichkeit an Ihren Aufgaben nach der Devise “Supersize the job!” zu wachsen. Verschaffen Sie sich ein Bild über den Entwicklungsstand eines jeden Mitarbeiters und führen Sie fortab darüber Tagebuch. Dann entscheiden Sie anhand der anstehenden Aufgabe, welcher Mitarbeiter den nächsten Entwicklungsschritt machen soll. Machen Sie ihm klar, dass die Aufgabe für ihn noch “eine Nummer zu groß” ist, aber dazu dienen soll “hineinzuwachsen”. D.h. er bekommt Hilfestellung an den Punkten, die er lernen soll. Wichtig ist auch, dem Mitarbeiter deutlich zu machen, dass in begrenzten Rahmen Fehler passieren werden und dürfen. Ziel ist, dass er aus den Fehlern lernt. Eine Null-Fehler-Toleranz im Sinne des Total-Quality-Managements würde ihn an der Durchführung und damit in seinem Wachstum nur hemmen.

 

Was kann tatsächlich trainiert und gecoacht werden?

1. Das Selbstbewußtsein

Erst wenn ich selbst von mir und meiner Sache überzeugt bin, kann ich andere überzeugen. Hierzu kann auf verschiedene Art und Weise geübt und die Überzeugung verankert werden “Ich bin wertvoll. Meine Arbeit ist wirkungsvoll”. Darüber hinaus kann trainiert werden verstärkt Situationen aufzusuchen, in denen die Führungskraft “Präsenz” zeigt.

2. Ein Selbstprofil mit Ecken und Kanten

Durch Coaching kann die Führungskraft das eigene Wertesystem entdecken und ggf. auch verstärkt gegen Widerstände vertreten.

3. Einfühlsamkeit und Achtsamkeit

Charisma liegt im Auge des Betrachters. Führungskräfte können darin trainiert und gecoacht werden, ehrliches Interesse an den Menschen, ihren Ideen und Meinungen zu entwickeln und ein Gespür für die Bedürfnisse des Mitarbeiters zu entfalten.

4. Die eigene Vision

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupery

Du kannst nur das Feuer weitergeben, dass in Dir selber brennt! Die Führungskraft kann entdecken, welches Feuer in ihr brennt und wie sie die Fackel mit der Gewissheit “Wir schaffen das!” am besten an das Team überträgt.

5. Passung der eigenen Werte zur Umgebung

Charisma ist kontextabhängig. Schon John Lennon sagte: “Go where you can shine!” Im Coaching kann herausgefunden werden, ob die eigenen Werte zur gegebenen Situation passen. Charisma speist sich aus authentischem Handeln. Wer sich dauerhaft gegen seine eigene Überzeugung “verbiegen” muss, wird unglücklich und krank.

6. Überzeugende Kommunikation

Stimme, Mimik und Gestik machen den Großteil unserer persönlichen Überzeugungskraft aus. Um authentisch zu sein, müssen sie zu uns passen. Die positive Wirkung auf unsere Mitmenschen lässt sich oft schon ohne “Identitätsverlust” durch kleine Anpassungen verstärken.

Wann entfaltet Charisma seine maximale Wirkung?

Charisma kommt besonders bei Unternehmenskrisen und in Change Prozessen zur Entfaltung. In diesen Situationen wünschen sich die Mitarbeiter mehr Wertschätzung, mehr Unterstützung und mehr Ordnung. Es ist immer an die Kompetenz der Führungskraft geknüpft und ist daher kein alleiniges Führungswerkzeug, sondern nur eine Beigabe. Charisma ist per se weder gut noch schlecht, sondern wie ein Messer. Es kommt darauf an, wer es in der Hand hat – und was er damit anstellt.

Das sichere Ergebnis von sozialer charismatischer Führung (Nutzen-stiftend für andere und nicht zum eitlen Selbstzweck) ist, dass Ihre Mitarbeiter das eigene Wirken mit hoher Loyalität und steigender Leistung danken.

 

Ich hoffe Sie hatten einige spannende Erkenntnisse!

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Jede Blogkommentarveröffentlichung honoriere ich mit der 1.000-fach erfolgreich praxiserprobten Gesprächsstruktur “Konstruktives Kritikgespräch” als Gratis-PDF per Mail!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung,

Ihr

Marco Schröder

 

 

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